Unter den Akustikpaneelen sind Absorber und Diffusoren die beiden häufigsten Typen. Beide verbessern zwar die Raumakustik, funktionieren aber nach völlig unterschiedlichen Prinzipien und eignen sich für unterschiedliche Situationen. Dieses Verständnis ist entscheidend, denn der Einsatz der falschen Lösung kann ein Problem nicht nur ungelöst lassen, sondern sogar verschlimmern.
Wie Absorber funktionieren
Akustikabsorber nehmen die Energie von Schallwellen auf und wandeln sie in geringe Mengen Wärme um. Sie verkürzen die Nachhallzeit und reduzieren Echo, wodurch der Klang im Raum klarer und weniger „verwaschen“ wird. Sie eignen sich besonders gut für Besprechungsräume, Büros oder häusliche Arbeitszimmer.
Der Mechanismus eines Absorbers beruht auf der porösen Struktur des Füllmaterials, meist Mineralwolle. Eine in die Porenstruktur eindringende Schallwelle verliert durch Reibung einen Teil ihrer Energie, wodurch die in den Raum zurückreflektierte Energie tatsächlich verringert wird. Je dicker das Paneel und je dichter die Füllung, desto tiefere Frequenzen kann es wirksam absorbieren.
Absorptionswirkung nach Frequenz
Es lohnt sich zu bedenken, dass Standard-Wandabsorber mit einer Dicke von einigen bis etwa einem Dutzend Zentimetern am wirksamsten mit mittleren und hohen Frequenzen umgehen. Für eine wirksame Bassabsorption sind deutlich dickere Konstruktionen oder dedizierte Bassfallen nötig, die meist in Raumecken platziert werden.
Wie Diffusoren funktionieren
Akustikdiffusoren nehmen den Schall im Gegensatz zu Absorbern nicht auf, sondern streuen ihn in viele Richtungen. Dadurch bleibt der Klang „lebendig“, und der Raum verliert nicht seinen natürlichen Klangcharakter. Diese Lösung wird gerne in Tonstudios und Abhörräumen eingesetzt, wo zu viel Absorption den Klang verarmen lassen würde.
Ein klassisches Beispiel für eine diffundierende Konstruktion ist der Schroeder-Diffusor, dessen Oberfläche in eine Reihe unterschiedlich tiefer Vertiefungen unterteilt ist, die mathematisch so berechnet sind, dass Schallwellen mit unterschiedlichen Phasenverzögerungen reflektiert werden. Das Ergebnis ist eine Streuung der Schallenergie in viele Richtungen statt einer konzentrierten Rückreflexion in eine einzige Richtung.
Binäre und hybride Diffusoren
Immer beliebter werden Hybridpaneele, die beide Funktionen in einer Konstruktion vereinen – die vordere Holzfläche streut den Schall, während dahinter verborgener Akustikschaumstoff als Absorber wirkt. Eine praktische Lösung für alle, die keine zwei separaten Paneeltypen montieren möchten, aber dennoch eine kompakte, ansprechende Form wünschen.
Solche Hybridpaneele, manchmal auch binäre Diffusoren genannt, eignen sich besonders gut für die Seitenwand eines Abhörraums, wo man übermäßige Reflexionen reduzieren, aber dennoch etwas Schallstreuung erhalten möchte, um einen „toten“ Klangeindruck zu vermeiden.
Wann man beide Lösungen kombiniert
In Räumen, in denen Schall sowohl wiedergegeben als auch aufgenommen wird, erzielt man das beste akustische Ergebnis meist durch die Kombination von Absorbern und Diffusoren, die durchdacht in Bezug auf Schallquelle und Abhörposition platziert werden. Üblich ist es, Absorber an den ersten Reflexionspunkten an den Seitenwänden und Diffusoren an der Rückwand hinter der Abhörposition anzubringen.
Zudem lohnt es sich, das Verhältnis beider Techniken je nach Raumgröße zu berücksichtigen – in kleinen Räumen bringt ein Übermaß an Diffusoren wegen des zu geringen Wandabstands oft nicht die gewünschte Wirkung, während in großen Konzert- oder Proberäumen eine gut geplante Diffusion den Hörkomfort an verschiedenen Positionen im Publikum deutlich verbessern kann.
Zusammenfassung
Die Wahl zwischen Absorber und Diffusor sollte vom Charakter des Raumes und seiner Nutzung abhängen – wo die Sprachverständlichkeit im Vordergrund steht, ist Absorption die bessere Wahl, während bei einem natürlichen musikalischen Klang Diffusion oder eine kombinierte, auf die jeweilige akustische Situation abgestimmte Lösung sinnvoll ist.